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Vom Umgang mit Schwächen

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Gedanken zur Jahreslosung:
Christus spricht: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“

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1. Eine „schwache „ Geschichte
ich habe fünf Kinder und die Erinnerungen werden in mir wach. Eines meiner Kinder kommt einend zu mir bzw. zu meiner Frau gelaufen. Wieder einmal gab es kleine Auseinandersetzungen mit den Geschwistern. Verletzungen geschahen.
Wo läuft man da als Kind in seinem Schmerz hin? Zu Mama oder Papa! Eben ganz naheliegend. Mama und Papa nehmen das verletzte Kind auf den Schoß und trösten es. Sie geben ihm Kraft, Nähe und die Streicheleinheiten, die ihnen helfen in ihrer Verletzung.

Auch wir haben später Verletzungen, die uns das Leben, die Umstände zu fügen. Wir haben uns auseinanderzusetzen mit dem „Pfahl imFleisch“, wie es Paulus in unserer Bibelstelle ein paar Verse vorher beschreibt., d.h.
- körperliche Einschränkungen,
- emotionale Einschränkungen
- Begrenzungen in den Begabungen oder des Intellekts.
Gott ist durch unsere Einschränkungen und Begrenzungen niemals beschränkt.
Ihre Schwächen sind kein Unfall. Gott lässt sie bewusst in Ihrem Leben zu, um seine Kraft zu beweisen.
Gott ist durch Ihre Einschränkungen niemals eingeschränkt, wenn wir ihm erlauben, durch unsere Schwachheit (Einschränkungen, Begrenzungen) zu wirken.
Lassen Sie uns deshalb anhand von drei Punkten über unseren Umgang mit solchen Schwächen nachdenken:
2. Vom Umgang mit Schwächen
2.1. Geben Sie Ihre Schwäche zu
Nehmen Sie sich Zeit Ihre Schwächen, die Sie an sich wahrnehmen einmal aufzuschreiben (Tagebuch), eine Liste zu erstellen.
Wenn Sie ein gesundes Leben führen möchten, dann sollten Sie zwei Fragen inihrem Leben beantworten:
„Wer ist Gott? Und „Wer sind Sie?“
Unser Gott ist ein Gott, der in Jesus Mensch wurde und uns nahe kam, weil wir ihn in unseren Schwächen brauchen. Petrus sprach es aus in der Begegnung mit Jesus Christus: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Wer ist Gott? In Jesus Christus kommt Gott uns nahe, um uns Kraft zu geben in unserem Leben mitten in unseren Schwächen und Begrenzungen. Er ist ansprechbar.
Wer sind Sie und ich?
Paulus sagte einmal an anderer Stelle über sich selbst und seine Mitarbeiter, als Menschen sie in den Himmel heben wollten:
„Wir sind doch Menschen genauso wie ihr.“
Geben Sie also ihre Schwächen zu!
2.2. Seien Sie mit Ihrer Schwachheit zufrieden
Zufriedenheit ist ein Ausdruck unseres Bertrauens in die Güte Gottes. Es bedeutet: „ Gott, ich glaube, dass du mich liebst und weiß, was am besten für mich ist.
Immer, wenn Sie sich schwach fühlen, erinnert Gott Sie daran, dass Sie sich von ihm anhängig machen sollen.
Unsere Schwächen bewahren uns vor Arroganz. Gott verbindet oft eine große Schwäche mit einer Stärke, um unser Ego unter Kontrolle zu halten.
Unsere Schwachheit ermutigt uns außerdem zur Gemeinschaft mit anderen Christen, an die wir uns wenden können , ihre Nähe aufsuchen, um uns trösten zu lassen. Während unsere Stärke eher ein Gefühl der Unabhängigkeit erzeugt. Unsere Begrenzungen zeigen, wie sehr wir einander brauchen. „Wie Schneeflocken sind Christen sehr schwach, doch wenn sie zusammenkleben, können sie den Verkehr aufhalten.“ Vor allem nimmt durch unsere Schwächen unsere Fähigkeit zu Mitgefühl und unsere Bereitschaft zum Dienst zu. Wir werden rücksichtsvoller, mitfühlender. Die Dinge, die Sie am meisten in Verlegenheit gebracht haben, für die Sie sich am meisten schämten und bei denen es Ihnen am schwersten fiel, sie anderen mitzuteilen, sind genau die Dinge, die Gott am besten gebrauchen kann, um andere Menschen zu heilen.
Gott ist darauf spezialisiert Schwachheit in Stärke zu verwandeln.
2.3. Sprechen Sie ehrlich über Ihre Schwächen
Paulus lebt seine Verletzlichkeit in all seinen Briefen vor.
Er sprach offen darüber:
- über sein Versagen
- über seine Gefühle
- über seine Frustration
- seine Ängste
Natürlich ist Verletzlichkeit riskant. Wenn Sie das alles aufdecken, riskieren Sie Ablehnung. Aber der Nutzen ist das Risiko wert. Verwundbar zu sein ist eine emotionale Befreiung, der erste Schritt zur Freiheit. Je ehrlicher Sie sind, desto mehr werden Sie Gottes Gnade, seine Nähe erleben (Gnade vom altdeutschen Wort „ge-naht“).
Authentizität zieht an, und Verletzlichkeit ist der Weg zu echter Vertrautheit.
Unsere Stärken führen zu Wettbewerbsdenken, doch unsere Schwächen schaffen Gemeinschaft.
An irgendeinem Punkt in Ihrem Leben müssen Sie sich entscheiden, ob Sie Menschen beeindrucken oder sie beeinflussen wollen. Wenn Sie sie beeinflussen wollen, müssen Sie ihnen nahe kommen und ehrlich zu ihren Schwächen stehen.

3. Eine „starke“ Geschichte zum Abschluss
Mein Eltern sind beide zunehmend pflegebedürftig und wenn wir alle drei wieder einmal am Ende unserer Kräfte sind, emotional und physisch, dann hole ich das Gesangbuch und lese ihnen z.B. folgende Zeilen vor:
„Jesu, geh voran, auf der Lebensbahn. Und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen. Führ uns ander Hand bis ins Vaterland. Soll’s uns hart ergehn lass uns feste stehn. Und auch in den schwersten Tagen, niemals über Lasten klagen. Denn durch Trübsal hier, geht der Weg zu dir.“
Dann antwortet meine demenzkranke Mutter: „Das ist richtig!“
So kehrt die Kraft Gottes durch die starken Worte in unser Leben ein.
Ein gesegnetes starkes Jahr für uns schwache Menschen wünsche ich Ihnen!

© Pfarrer Gerhard Fitting, Biebelnheim

Geben Sie einen Kommentar ab:

  • Ilona Kurz

    Veröffentlicht am 2012-01-15 23:35:24

    Eine sehr gute Predigt zur Jahreslosung. Ich hatte nach dem Gottesdienst ein Gespräch mit einer Besucherin, die mir sagte, dass sie selten so eine ihr nahe gehende Predigt gehört hätte.

    Mit besten Grüßen und einem gesegneten Neuen Jahr

    Ilona Kurz

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