Der Größte Posaunenchor der Welt
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- Geschrieben von Friederike Greb
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Posaunentag in Leipzig
In diesem Jahr fand erstmals seit 50 Jahren wieder ein deutscher Posaunentag statt. Dieser ist nach Angaben der Organisatoren das „größte Bläsertreffen aller Zeiten". Sie hatten für die Veranstaltung rund 16.000 Musiker in Leipzig erwartet. Zusammen mit Besuchern versammelten sich am letzten Samstag im Mai ´08 mehr als 30.000 Menschen auf dem Augustusplatz. Auch einige Altenburger Bläser und Bläserinnen hatten sich aufgemacht, an diesem Fest der Posaunenchöre teilzunehmen. Bei schönstem Sommerwetter waren sie dabei, als am geschichtsträchtigen Augustusplatz in Leipzig der evangelische Posaunentag eröffnet wurde. Sie hörten die Grußworte der Politiker und Organisatoren und spielten gemeinsam im größten Posauenchor der Welt. Ein Erlebnis, dass allen Teilnehmern und Zuhörern eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken jagte.
Pfarrer Führer, der auf diesem Platz die montäglichen Friedensgebete organisiert hatte, die vor fast 20 Jahren die, so wie er es ausdrückte, „erste friedliche Revolution auf deutschem Boden" mit initiiert hatten, freute sich sichtlich, dass dieser Platz wieder einmal mit Menschen gefüllt war. Menschen, denen es am Herzen liegt sich in die Kirche mit ihrer Begabung und ihrem Tun einzubringen. Neben Bläsern aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen laut Veranstalter auch Gäste aus Ghana, Papua-Neuguinea, Südafrika und Argentinien teil. Hinzu kamen Musiker aus weiteren Ländern wie Russland, Schweiz, Tschechien, Österreich oder Frankreich.
Veranstalter dieser Großveranstaltung war der Evangelische Posaunendienst in Deutschland. Posaunenchöre gibt es in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert. Sie wurden gegründet um die Menschen auch außerhalb der Kirchen zu erreichen. Bei Zeltmissionen und Freiluftgottesdiensten hatten sie die Aufgabe, die Verkündigung des Wortes Gottes vor allem in Chorälen zu verstärken. Sie waren sozusagen mobile „Allwetter-Orgeln". Inzwischen treten Posaunenchöre nicht nur in Gottesdiensten, bei Gemeindefeiern oder in diakonischen Einrichtungen (Krankenhaus, Altenheim) auf. Die Posaunenchöre leisten eine musikalisch breitschichtige und generationsübergreifende Arbeit, die im größten Teil ehrenamtlich geleistet wird. Deutschlandweit sind in den Posaunenchören der Gemeinden rund 120.000 Bläser aktiv.
Nach der Eröffnungsfeier machten sich auch die Altenburger auf den Weg die weltoffene und gastfreundliche Stadt Leipzig zu erkunden. Auf allen Plätzen der Innenstadt hörte man Livemusik, da die verschiedenen Verbände sich und ihr Posaunenwerk natürlich vor allem musikalisch präsentierten. Nach einer Serenade mit allen Bläsern auf dem Augustusplatz gab es in den Kirchen der Stadt 25 Konzerte, die die Unterschiedlichkeit der Bläsermusik eindrücklich bewiesen. Von „Bach bis Elvis" war für jeden Geschmack etwas dabei.
Nach einer kurzen Nacht und der Morgenmusik, bei der die teilnehmenden Bläser an über hundert Orten in Leipzig eine Morgenandacht gestalteten, fand dann der krönende Abschluss dieses Großereignisses statt. Im Sportforum von Leipzig, ein Stadion mit 45.000 Sitzplätzen, wurde der festliche Abschlussgottesdienst gefeiert. Über 16.000 Musiker spielten mehrere Stücke während des Gottesdienstes mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber. Huber, der die Predigt hielt, rief alle Bläser und Gäste auf ihren Glauben auch weiterhin laut und deutlich zu äußern. Der Gottesdienst, der über 2 Stunden dauerte, weil die Bläser immer wieder minutenlang ihre Freude und Begeisterung durch das Erklingen ihrer Instrumente zum Ausdruck brachten, wurde teilweise von einigen dritten Programmen live übertragen. Ob allerdings dabei das Klangerlebnis, das man als Teilnehmer in diesem Stadion erlebte, auch wirklich für den Zuschauer erfahrbar war? Auch wir Altenburger machten immer wieder mit und erlebten welche Emotionen der Klang dieser vielen Instrumente in einem Menschen auslösen kann.
Mit diesem gemeinsamen Konzert hatten die Bläser in Leipzig am Sonntagmittag auch einen neuen Weltrekord aufgestellt, der auch seinen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde finden soll. Die bisherige Bestmarke liegt nach Angaben der Veranstalter des Posaunentages bei weniger als 300 Bläsern. Viel wichtiger aber war für uns, dass die Veranstalter versicherten, dass es bis zum nächsten deutschen Posaunentag nicht wieder 50 Jahre dauern soll. Für uns bleiben die Bilder der immer wieder die Runde machenden Laolawellen, bei der die vielen blinkenden Instrumente hoch über die Köpfe gehalten wurden, und die wundervollen Klänge der Instrumente eine ganz wichtige Erinnerung, die uns viel Kraft und Spaß an unserem weiteren Dienst im Posaunenchor geben wird.




