Geschichte des Ev. Posaunenchores Eifa
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Auszug aus der Gründungschronik von Karin Heil
ergänzt durch aktuelle Anmerkungen von Rudolf Küster
Es war im Jahre 1959, als Herrn Pfarrer Zimmer allseits der Wunsch vorgetragen wurde, in Eifa einen Posaunenchor zu gründen. Welch ein herrliches und großes Verlangen, neben dem Kirchenchor auch noch mit Trompeten und Posaunen im Dorfe Gottes Lob zu verkünden! Gewiß ahnte niemand, wieviel Scherflein, Spenden und Initiative nötig waren, um diesen Wunsch zu erfüllen. Herr Pfarrer Zimmer aber erfuhr es gar bald, denn er setzte alle Hebel in Bewegung, er forschte und fragte bis eine unheimliche 4-stellige Zahl den Preis des Wunsches verriet.
Landesposaunenwart König vom Posaunenwerk der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hatte eine Zusammenstellung der erforderlichen Instrumente, Segeltuchtaschen, Noten und Notenständern gefertigt. Dabei wuchs die Zahl auf der rechten Seite des Blattes, die schließlich bei 3.132,20 DM anhielt.
Sollte man es wagen? Pfarrer Zimmer ließ sich nicht erschüttern. Er gab als erstes eine Spendenliste in die Gemeinde. Von Haus zu Haus zeichnete ein jeder, je nach Interesse und Freudigkeit an der Sache, seine Gabe, und als man dann zusammen rechnete, siehe, da ergab es eine Zahl, die der Großen sehr ähnlich war, nur daß das Komma eine Stelle weiter links saß.
Der Grundstock war gelegt, die Hoffnung wuchs. Pfarrer Zimmer war ein vortrefflicher Organisator. Er scheute keine Mühe, denn nun begann er, Briefe zu schreiben, und diese Briefe enthielten Bitten - Bitten um finanzielle Unterstützung zum Aufbau des Posaunenchores. An wen sie gerichtet waren? An den Landes- und Bezirksverband des Posaunenwerkes, die Kirchenleitung, den Innenminister, den Landrat, die Spar- und Darlehnskasse, die Kleiderfabrik Bücking, Maurermeister Knierim, Kaufhaus Hauck und andere mehr.
Der Erfolg war nicht gering. Jeder gab einen angemessenen Zuschuß, die Arbeit hatte sich gelohnt. Nun blieb noch ein Problem. Wer konnte die Kunst des Blasens vermitteln?
Wer sollte den Posaunenchor leiten? Wieder wurde der Landesposaunenwart zu Rate gezogen und der wußte denn auch jemand. Sein Vorschlag war allerdings recht ungewöhnlich. Er bot eine Bläserin vom Posaunenchor Alsfeld an - Karin Heil. Sie habe schon an mehreren Bläser- und Chorleiter - Rüstzeiten teilgenommen und werde sich gewiß bereit erklären, die Ausbildung zu übernehmen.
Am 27. November 1959 machten sich Herr und Frau Pfarrer mit den Bläseranwärtern auf den Weg zur Nachbargemeinde Altenburg, wo Landesposaunenwart König gerade weilte und den dortigen Posaunenchor schulte. Dabei konnten sie nicht nur einen Vorgeschmack der Blaskunst bekommen, sondern auch ihre zukünftige Lehrmeisterin in Augenschein nehmen.
Würde man mit ihr wohl zu recht kommen? Bald sollte man es erleben. Jetzt brauchten nur noch die Instrumente zu kommen, dann konnte es losgehen. Sie kamen! Es war eine Wucht! Ein ganzer Wagen war voll beladen. Die Lust und Freude wurde mächtig. Es war geschafft. Nun konnte es beginnen.
Am 9. Tag des Jahres 1960 fanden sich alle im Gemeindesaal ein: Herta Wagner, Erna Dietz, Erich Nickel, Heinrich Lippert, Erich Korndörfer, Erich Weitzel, Hans Gerhardt, Karl Hölscher, Herbert Schneider, Reinhold Muhl, Herbert Gürster, Erich Dietz, Rudolf Luther, Rainer Eckstein, Günther Flohr, Kurt Stroh, Wilhelm Küster, Erwin Becker, Otto Born.
Es ist sehr schwer, das alles wiederzugeben, was Karin Heil während ihrer Tätigkeit und Arbeit im Posaunenchor vollbrachte. Man kann nur ahnen, wieviel Mühe und Kraft es gekostet haben mag, in unzähligen Übungs- und Unterrichtsstunden über 80 mehr oder weniger talentierte junge Leute zu Bläserinnen und Bläsern zu machen, und viele danach nach einiger Zeit nicht mehr wiederzusehen. Wieviel Geduld hat sie für jeden einzelnen aufgebracht um die bläserischen Fähigkeiten soweit zu entwickeln, daß es ihren strengen Maßstäben genügte. Es ist nicht möglich, ihr für das zu danken, was sie für den Aufbau und die Weiterentwicklung des Posaunenchores alles tat.
Aufgrund einer schweren Erkrankung sah sich die bisherige Leiterin und Mitbegründerin des Posaunenchores Anfang des Jahres 1981 außerstande, ihren Dienst weiterzuführen und mußte zum allseitigen großen Bedauern nach über 21 Jahren den Chor verlassen. Karin Heil verstarb am 05.03.1987.
Bis heute stellt sich der Chor in erster Linie in den Dienst der Ev. Kirchengemeinde Eifa und wirkt bei den Gottesdiensten an besonderen kirchlichen Feiertagen mit.
Daneben pflegt der Posaunenchor das diakonische Blasen mit jährlichen Einsätzen im Kreiskrankenhaus, im Alten- und Pflegeheim Haus Stephanus und im Rambachhaus. In den letzten Jahren wurde das Blasen von Chorälen vor den Häusern von kranken oder bettlägerigen Gemeindegliedern am 2. Weihnachts-, Oster- oder Pfingstfeiertag gerne angenommen.
Zu besonderen Anlässen wie der Gedenkveranstaltung am Ehrenmal oder eine Woche später zum Ewigkeitssonntag erklingen die Posaunen auch auf dem Friedhof.
Weitere Aufgaben, die auch gerne wahrgenommen werden, sind Ständchen bei den Eifaer Jubilaren zu runden Geburtstagen ab 65 Jahren oder zu Silbernen und Goldenen Hochzeiten. Hinzu kommen noch Besuche von Dekanats- Bezirks- und Landesposaunentagen.
Selbstverständlich ist der Posaunenchor auch bei Dorffesten, Vereinsjubiläen und anderen Anlässen stets zur Stelle wenn das Mitwirken erwünscht wird.
Auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Die gemeinsamen Aktivitäten reichen von Grillfeten oder Essen gehen, Wandern, Radtouren bis hin zu Theater- und K onzertbesuchen. Die Eisbahn wurde einmal besucht, ebenso auch die Bundesgartenschau und der Flughafen in Frankfurt. Im Herbst 2005 fand erstmals eine mehrtägige Fahrt statt. Vom 30. September bis 02. Oktober besuchte man Potsdam, Berlin und den Spreewald.
Im Posaunenchor Eifa, wie in den meisten Posaunenchören, haben interessierte Menschen jeden Alters die Möglichkeit, kostenlos ein Blechblasinstrument wie Trompete, Posaune, Tenorhorn oder Tuba zu erlernen. Notenmaterial wird ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt. Neue Kurse können praktisch jederzeit stattfinden. Ein Basiskurs mit vier Erwachsenen wurde im Oktober 2002 in den Chor integriert. Momentan befinden sich Christoph Stroh sowie Benjamin und Christina Klein in Ausbildung.
Heute hat der Chor 20 aktive Bläserinnen und Bläser die sich je nach Möglichkeit mittwochs um 20.30 Uhr im Ev. Gemeindehaus zur Übungsstunde und anschließend zur gemütlichen Runde in der Küche zusammenfinden.
Einschließlich der Proben haben die Mitglieder des Chores im Jahr ca. 80 - 90 Einsätze. Das Spitzenergebnis waren 104 Einsätze in 1992.
Im Festgottesdienst am 3.Dezember 2000 wurden die Bläser Herbert Schneider und Rudolf Wagner für 40 Jahre aktiven Bläserdienst mit einer Urkunde ausgezeichnet. Für den aus gesundheitlichen Gründen leider abwesenden Mitbegründer Herbert Schneider nahm Ehefrau Annemarie Schneider die Urkunde in Empfang. Karl Hölscher und Karl Küster wurden ebenfalls mit einer Urkunde für 40 Jahre Dienst im Posaunenchor geehrt. Für 25 Jahre aktiven Bläserdienst erhielten Matthias Hölscher, Jochen Küster, Udo Martin und Volker Reibeling die Bläsernadel in Gold. Anschließend dankte Landesposaunenwart Wanner Rudolf Küster für 30 Jahre Dienst im Posaunenchor und 20 Jahren Dienst als Posaunenchorleiter.
Nach über 40-jähriger vorbildlicher Tätigkeit als Rechner wurde Heinrich Lippert in der Jahreshauptversammlung am 29.01.2003 durch Ute Küster abgelöst. Seit einigen Jahren unterhält der Posaunenchor Kontakte zu dem Blechbläserchor der Patengemeinde Weltewitz in Sachsen, dessen Entstehung unter Anderem auf die Besuche aus Eifa zurückzuführen ist.
Es ist wichtig daß es weiterhin gelingt, die unterschiedlichen Interessen der Chormitglieder wie z.B. die Freude an der Musik, die Verkündigung, die Gemeinschaft oder die Möglichkeit in der Gemeinde etwas Sinnvolles zu tun unter einen Hut zu bringen. Nur so kann das derzeit relativ hohe musikalische Niveau weitgehend erhalten bleiben.
Daß trotz mancher Verschiedenheiten die Aufgabe und das Ziel, nämlich das Blasen zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen weiterhin verfolgt werden kann, dafür sorgen die Aktiven und auch der derzeitige Vorstand des Posaunenchores: Rudolf Wagner, Volker Reibeling (1. Vorsitzender), Udo Martin, Bernd Scheuer (Schriftführer), Holger Jöckel (2. Vorsitzender), Heidi Reibeling, Birgit Blankenburg, Ute Stöppler, Brigitte Klein, Inge Kessler, Marianne Scheuer, Jochen Küster, Ute Küster (Rechnerin), Silke Muhl, Matthias Hölscher, Beate Stroh, Reinhard Decher (Beisitzer), Jörg Klein, Silke Bücking, Uwe Stroh (Beisitzer), Clemens Küster, Rudolf Küster (Chorleiter).




